Urban Sketchers: das Manifest
Urban Sketching ist keine Technik und kein Stil, sondern eine Haltung: Zeichnen vor Ort, nach dem, was man sieht. Die weltweite Gemeinschaft der Urban Sketchers (USk), 2007 von Gabriel Campanario in Seattle gegründet, hat diese Haltung in acht Sätzen festgehalten. Es sind Leitlinien, keine Regeln mit Kontrolle. Wer sie ernst nimmt, ist im Geist dabei, ganz gleich, wie gut er zeichnet.
Die acht Punkte
- Wir zeichnen vor Ort, drinnen oder draussen, nach direkter Beobachtung.
- Unsere Zeichnungen erzählen die Geschichte unserer Umgebung, der Orte, an denen wir leben oder zu denen wir reisen.
- Unsere Zeichnungen sind eine Aufzeichnung der Zeit und des Ortes.
- Wir bezeugen unsere Umwelt wahrhaftig.
- Wir benutzen alle Arten von Medien und schätzen individuelle Stile.
- Wir unterstützen einander und zeichnen zusammen.
- Wir veröffentlichen unsere Zeichnungen online.
- Wir zeigen die Welt, Zeichnung für Zeichnung.
Der Leitspruch der Bewegung: We show the world, one drawing at a time.
Was das im Alltag heisst
- Vor Ort, nicht nach Foto. Wer eine Stadtansicht zu Hause nach einem Handyfoto malt, macht ein Stadtbild, aber kein Urban Sketch. Innenräume zählen, Dorf und Landschaft auch; «urban» heisst nicht Grossstadt, sondern: dort, wo man gerade ist.
- Was man sieht, nicht was man sich denkt. Weglassen, vereinfachen, eigener Strich: alles erlaubt. Erfinden, verzerren, ins Absurde drehen: nicht.
- Zeit und Ort notieren. Datum, Ort, vielleicht das Wetter oder ein Satz dazu, wie ein Tagebucheintrag.
- Fertig ist unwichtig. Es zählt, was der Moment hergibt, nicht das Bild für die Wand.
- Zusammen und öffentlich. Sketch Crawls, Treffen, und das Teilen der Zeichnungen, etwa unter #urbansketchers.
Wie Chroma damit umgeht
Chroma ist für beides da: für Urban Sketching im Sinne des Manifests und für alle, die einfach Freude am Zeichnen und Malen haben, Kinder eingeschlossen. Darum gibt es keinen Zwang, nur ein Zeichen.
- Beim Fotografieren fragt die App nach dem Standort, in Echtzeit, nie aus alten Fotodaten. Wer zustimmt, belegt damit, dass Vorlage und Bild am selben Ort entstanden sind.
- Ein Bild, bei dem jedes Foto so belegt ist, trägt in deinen Bildern das Siegel Vor Ort. Es sagt: entstanden im Sinne der Urban Sketchers.
- Ohne Standort passiert nichts Schlimmes. Das Bild ist dann ein Bild wie jedes andere, und der Coach hilft genauso.
- Der Coach malt nie mit. Er schaut, redet und zeigt, der Stift bleibt in deiner Hand. Das passt zu Punkt vier: Bezeugen, nicht erfinden.
Mehr bei den Urban Sketchers selbst: urbansketchers.org.